Dienstag, 26. August 2008

Alles hat ein Ende...


... leider.
Oder ist es gut, weil es einen Neuanfang bedeutet?
"Neue Liebe, neues Glück" heißt es so schön.
Aber wie überträgt man das aufs Abi?
Man ist ganz auf sich allein gestellt - entlassen in die Freiheit entscheiden zu müssen - ein Paradoxon.
Wie entspannt hat man doch in der Unterstufe noch auf die Frage reagiert : "Was willst du mal werden?" - man hatte ja noch Zeit.

Ich habe nurnoch 7 Monate um mich zu entscheiden.

Und ich bin einfach kein Naturwissenschaftler. Da findet sich immer was. Es ist als ob die Mixtur zur sicheren Zukunft aus Mathe, Chemie, Physik und Biologie besteht. Wenn man dann noch weiß, wie man einen Computer programiert, hat man ein Auswahl von hier nach Australien.
Ich hab da wohl den vermeindlich falschen Weg gewählt: Sprachen und soziale Gebiete liegen mir.

Alles was sich mir nach dem Abi erschließt, ist entweder vollkommen überfüllt, schlecht bezahlt oder öffentlich nicht anerkannt.
Man muss also das kleinste Übel wählen, um glücklich zu werden.

Nicht das ich sarkastisch oder pessimistisch wäre: der Job der mir liegt wird mich durchaus erfüllen. Ich möchte Lehrerin werden, Grundschullehrerin. Ich kann mir zur Zeit einfach nichts schöneres vorstellen, als für und mit kleinen Kindern zu lernen.

Leider liegt da schon das nächste Problem: ich möchte selbst einmal so ein kleines Kind "mein Eigen" nennen und das möglichst bevor ich 30 bin. Um Lehrerin zu werden muss ich aber 5 Jahre studieren, 1 Jahr ein Refrendariat absolvieren und dann ein paar Jahre arbeiten, um eine Babypause zu bekommen. (Man will ja nicht aus der Materie kommen.)
Meine Mathekenntnisse reichen dann doch noch aus, um mir das Alter zu errechnen, das ich dann erreicht haben werde: (19 + 5 + 1 + ~3 ) nämlich 28. Und das wäre nur die Regelstudienzeit. Keine sichere Sache, wenn man überlegt.
Wie gesagt, es ist geradezu unmöglich einen so simplen Weg zu gehen wie ein Naturwissenschaftler.

Ich weiß nur, dass ich mir nach meinem Abi nichts mehr verbieten werde, alles genieße und verwirkliche was ich mir wünsche - es ist schließlich schon schwer genug.

Danke fürs lesen, Nele

Montag, 25. August 2008

So nah, so fern

Manchmal passiert es, dass ich Menschen wiedertreffe, die ich mit etwas besonderem Verbinde.
Und sobald die erste Distanz der Scham überwunden ist, die sich in der Zeit aufgebaut hat, die man kein Wort miteinander gewechselt hatte, scheint es so, als sei die gute alte Zeit nie lebendiger gewesen.

So war es auch vergangenes Wochenende.
Ich kann nicht sagen wie lange es her ist, dass ich mehr als einen Satz mit meinem Cousin aus Hessen gesprochen habe. Das war mal anders. Wie zu einem großen Bruder habe ich zu ihm aufgesehen und mich über seine Blödeleien scheckig gelacht. Da war ich zwischen 5 und 12.
Ganze Ferien hab ich bei ihm verbracht, 300 km von meinen Eltern entfernt.
Damals war das keine Distanz.
Jetzt, wo ich ein Auto besitze und Geld habe um aus eigenen Stücken dort hinzureisen, habe ich bisher keinen Gedanken daran gehegt.
Schade.
Bis eben zu diesem Wochenende. Zu dem 50. Geburtstag meines Onkels haben wir uns wiedergesehen. Aus dem kleinen Jungen iste ein mittelgroßer Mann geworden. Die Haare sind länger und nach hinten gekämmt, der Bart ergänzt das Gesammtbild eines kleinen Mafioso. Die Zeit scheint wie verflogen und ich fühle mich für einen Augenblick alt.
Seine Stimme ist tiefer, aber der sarkastische Witz ist geblieben. Und genau dieser bricht das Eis.
Wir reden über Gott und die Welt, meine Fußverletzung und bedeutende Lieder.
Er ist wieder mein großer Bruder zu dem ich aufsehen kann und der mir was von der Welt erzählen kann, die mir bisher fremd blieb.
Wir lachen viel und der Abend ist viel zu schnell vorbei.

Wenn ein Mensch einem so viel Freude bescheren kann, warum verbringt man dann mit demselben so wenig Zeit - in einem Zeitalter in dem tausende Kilometer ein Katzensprung sind -
und vergräbt sich lieber in den verwirrenden und zehrenden Freundschaften vor Ort?

Ist der Mensch masochist?
Oder einfach nur vergesslich?
Verblassen gute Erinnerungen in unserem alltäglichen Selbstmitleid?

Man kennt das ja - schnell sagt man :
"Wir müssen uns umbedingt wieder treffen!"
oder
"Ich melde mich!"
Und am Ende vergeht wieder eben genau diese entfremdende Zeit, in der man die Freude verdrängt, die man zuvor noch so intensiv mit dieser Person erlebt hat.

Genau mit diesem Versprechen haben wir wieder 300 km zwischen uns gebracht:
"Wir müssen uns öfter sehen."

Ob es mir diesmal gelingt, einen wichtigen Menschen zu halten und mein Leben mit einem weiteren Stück Vertrautheit und Freunde zu füllen, muss sich wohl zeigen.
Wie sagt man so schön: der Geist ist willig - doch das Fleisch ...

Freitag, 22. August 2008

Danke an Anna!

Ja, zuallererst muss ich der netten Dame danken, die mich überhaupt auf die Idee gebracht hat, diesen Blog zu eröffnen.

Anna, so heißt die Gute, hat mich durch ihren Blog inspiriert.
Alle Gedankengänge und Ausschweifungen hält sie darin fest.
Obwohl ich tagtäglich über alle möglichen (mehr oder weniger) wichtigen Dinge nachdenke, ist mir bisher noch nicht in den Sinn gekommen, diese klar in Worte zu fassen und zu veröffentlichen.
Da hat Anna wohl einen Schritt weiter gedacht - danke dafür!