Dienstag, 30. September 2008

Freundschaft

Jeder hatte ihn mal, den besten Freund. Oder sogar mehrere.

Aber was ist eine Freundschaft eigentlich?

Was lässt uns denken, dass genau dieser Mensch sich von den anderen unterscheidet

und ... könnte eigentlich nicht auch jeder andere dein bester Freund sein?

Ich würde den oder die als meinen besten Freund bezeichenen, der mir am nähsten steht.
Wen ich gern mag, mit dem verbringe ich viel Zeit.
Aber kann man rückschließend behaupten, dass der mit dem man am meisten Zeit verbringt auch gleichzeitig der beste Freund ist?

Wohl kaum. Ich verbringe mehr Zeit mit meinen Lehrern als mit meinen Eltern, trotzdem würde ich voller Überzeugung behaupten, dass mir meine Eltern näher stehen.


Vielleicht ist es ja die mentale Nähe und nicht die körperliche, die den Unterschied macht.


Man muss also nicht unbedingt viel Zeit mit der Person verbringen, aber was ist es dann?

Sind es besondere Erlebnisse, die einen zueinander bringen?

Für mich stimmt das wohl. Ich kann nicht leicht Vertrauen in jemanden fassen, es bedarf viel mehr einer Bewährungsprobe, obgleich ich diese natürlich nicht plane.

Denn ist es nicht leichter jemandem etwas anzuvertrauen, wenn dir dieser bereits gezeigt hat, dass man auf ihn zählen kann?

Ich glaube genau die sind die tollsten Freunde: die, denen man etwas anvertrauen kann ohne dass sie über dich urteilen und mit der Gewissheit, dass kein 3. davon erfährt, sowie die, die ihre zeit gerne opfern - ebenso wie du es tust.

Man muss sich leider immer öfter bewusst werden, dass nicht alle, die dir zuhören es auch behalten. Neugier ist nicht gleich Freundschaft, Interesse nicht gleich Vertrauen.

Da tut es gut zu wissen, dass die Familie ein Pol ist, über den es nicht nachzudenken bedarf - die sind einfach da.
Ohne Zweifel



Montag, 1. September 2008

Zwischen den Stühlen

Es ist nicht leicht sich abzunabeln.

Einerseits freut man sich darauf, fern von den teils nervenden Geschwisten endlich ein eigenes Reich zu haben, indem man tun und lassen kann, was man möchte. Außerdem reizt mich und meinen Schatz der Gedanke, nicht jeden Abend gezwungen lange aufzubleiben, um wenigstens noch ein Bisschen was voneinander zu haben. Das Thema "Auszug aus dem gemachten Nest" ist in letzter Zeit immer aktueller geworden.

Andererseits plagt einen das schlechte Gewissen. Schließlich haben sich die Eltern 18 Jahre lang liebevoll um einen gekümmert, einem nahezu jeden Wunsch erfüllt und viel Zeit geopfert, um einem gerecht zu werden. Man kann sich viel vornehmen, doch am Ende wird man bei weitem nicht mehr soviel Zeit miteinander verbringen, wie man es in der Kindheit getan hat.

Man selbst hat zwischen den Stühlen nie genug Zeit. Weder für die Eltern, noch für den Freund oder sich selbst. Man ist viel zu sehr beschäftigt mit dem hin und her Pendeln zwischen den 2 "Wohnsitzen" und den Überlegungen, wie man alles finanziell und glücklich meistern kann.
Das schlechte Gewissen funkt einem immer dazwischen, sobald man eine Entscheidung getroffen hat. Entweder glaubt man, die Eltern zu vernachlässigen oder zu enttäuschen, oder sich selbst in all dem Chaos zurückzustellen.
Meistens führt das schlechte Gefühl nur dazu, dass man versucht alles gleichzeitig zu machen und das leider nur halb.
Man will Schwarz und Weiß, doch versinkt in einem unbefriedigendem Grau dazwischen.

Am Ende des Tages hat man sich immernoch nicht entschieden und ist knatschig darüber, dass es einfach keine optimale Lösung geben will.

Vielleicht bin ich ja nur zu ungeduldig - immer wenn mir etwas in den Sinn kommt möchte ich es haben - und zwar sofort. Vielleicht regelt sich alles von allein, wenn ich nur etwas Geduld habe.
Andererseits kann ich den Gedanken nicht ausstehen, dass ich nicht alles im Griff habe.
Ich möchte ja alles unter einen Hut bringen und es wurmt mich zusehens, dass es nicht gelingen will.
Das blöde daran ist, dass diese Grauzonen-Zeiten immer kräfteraubend und unbefriedigend sind für alle Beteiligten.
Am Ende wird es eh das Eine oder das Andere sein - es fällt nur so schwer das anzunehmen.

Dienstag, 26. August 2008

Alles hat ein Ende...


... leider.
Oder ist es gut, weil es einen Neuanfang bedeutet?
"Neue Liebe, neues Glück" heißt es so schön.
Aber wie überträgt man das aufs Abi?
Man ist ganz auf sich allein gestellt - entlassen in die Freiheit entscheiden zu müssen - ein Paradoxon.
Wie entspannt hat man doch in der Unterstufe noch auf die Frage reagiert : "Was willst du mal werden?" - man hatte ja noch Zeit.

Ich habe nurnoch 7 Monate um mich zu entscheiden.

Und ich bin einfach kein Naturwissenschaftler. Da findet sich immer was. Es ist als ob die Mixtur zur sicheren Zukunft aus Mathe, Chemie, Physik und Biologie besteht. Wenn man dann noch weiß, wie man einen Computer programiert, hat man ein Auswahl von hier nach Australien.
Ich hab da wohl den vermeindlich falschen Weg gewählt: Sprachen und soziale Gebiete liegen mir.

Alles was sich mir nach dem Abi erschließt, ist entweder vollkommen überfüllt, schlecht bezahlt oder öffentlich nicht anerkannt.
Man muss also das kleinste Übel wählen, um glücklich zu werden.

Nicht das ich sarkastisch oder pessimistisch wäre: der Job der mir liegt wird mich durchaus erfüllen. Ich möchte Lehrerin werden, Grundschullehrerin. Ich kann mir zur Zeit einfach nichts schöneres vorstellen, als für und mit kleinen Kindern zu lernen.

Leider liegt da schon das nächste Problem: ich möchte selbst einmal so ein kleines Kind "mein Eigen" nennen und das möglichst bevor ich 30 bin. Um Lehrerin zu werden muss ich aber 5 Jahre studieren, 1 Jahr ein Refrendariat absolvieren und dann ein paar Jahre arbeiten, um eine Babypause zu bekommen. (Man will ja nicht aus der Materie kommen.)
Meine Mathekenntnisse reichen dann doch noch aus, um mir das Alter zu errechnen, das ich dann erreicht haben werde: (19 + 5 + 1 + ~3 ) nämlich 28. Und das wäre nur die Regelstudienzeit. Keine sichere Sache, wenn man überlegt.
Wie gesagt, es ist geradezu unmöglich einen so simplen Weg zu gehen wie ein Naturwissenschaftler.

Ich weiß nur, dass ich mir nach meinem Abi nichts mehr verbieten werde, alles genieße und verwirkliche was ich mir wünsche - es ist schließlich schon schwer genug.

Danke fürs lesen, Nele

Montag, 25. August 2008

So nah, so fern

Manchmal passiert es, dass ich Menschen wiedertreffe, die ich mit etwas besonderem Verbinde.
Und sobald die erste Distanz der Scham überwunden ist, die sich in der Zeit aufgebaut hat, die man kein Wort miteinander gewechselt hatte, scheint es so, als sei die gute alte Zeit nie lebendiger gewesen.

So war es auch vergangenes Wochenende.
Ich kann nicht sagen wie lange es her ist, dass ich mehr als einen Satz mit meinem Cousin aus Hessen gesprochen habe. Das war mal anders. Wie zu einem großen Bruder habe ich zu ihm aufgesehen und mich über seine Blödeleien scheckig gelacht. Da war ich zwischen 5 und 12.
Ganze Ferien hab ich bei ihm verbracht, 300 km von meinen Eltern entfernt.
Damals war das keine Distanz.
Jetzt, wo ich ein Auto besitze und Geld habe um aus eigenen Stücken dort hinzureisen, habe ich bisher keinen Gedanken daran gehegt.
Schade.
Bis eben zu diesem Wochenende. Zu dem 50. Geburtstag meines Onkels haben wir uns wiedergesehen. Aus dem kleinen Jungen iste ein mittelgroßer Mann geworden. Die Haare sind länger und nach hinten gekämmt, der Bart ergänzt das Gesammtbild eines kleinen Mafioso. Die Zeit scheint wie verflogen und ich fühle mich für einen Augenblick alt.
Seine Stimme ist tiefer, aber der sarkastische Witz ist geblieben. Und genau dieser bricht das Eis.
Wir reden über Gott und die Welt, meine Fußverletzung und bedeutende Lieder.
Er ist wieder mein großer Bruder zu dem ich aufsehen kann und der mir was von der Welt erzählen kann, die mir bisher fremd blieb.
Wir lachen viel und der Abend ist viel zu schnell vorbei.

Wenn ein Mensch einem so viel Freude bescheren kann, warum verbringt man dann mit demselben so wenig Zeit - in einem Zeitalter in dem tausende Kilometer ein Katzensprung sind -
und vergräbt sich lieber in den verwirrenden und zehrenden Freundschaften vor Ort?

Ist der Mensch masochist?
Oder einfach nur vergesslich?
Verblassen gute Erinnerungen in unserem alltäglichen Selbstmitleid?

Man kennt das ja - schnell sagt man :
"Wir müssen uns umbedingt wieder treffen!"
oder
"Ich melde mich!"
Und am Ende vergeht wieder eben genau diese entfremdende Zeit, in der man die Freude verdrängt, die man zuvor noch so intensiv mit dieser Person erlebt hat.

Genau mit diesem Versprechen haben wir wieder 300 km zwischen uns gebracht:
"Wir müssen uns öfter sehen."

Ob es mir diesmal gelingt, einen wichtigen Menschen zu halten und mein Leben mit einem weiteren Stück Vertrautheit und Freunde zu füllen, muss sich wohl zeigen.
Wie sagt man so schön: der Geist ist willig - doch das Fleisch ...

Freitag, 22. August 2008

Danke an Anna!

Ja, zuallererst muss ich der netten Dame danken, die mich überhaupt auf die Idee gebracht hat, diesen Blog zu eröffnen.

Anna, so heißt die Gute, hat mich durch ihren Blog inspiriert.
Alle Gedankengänge und Ausschweifungen hält sie darin fest.
Obwohl ich tagtäglich über alle möglichen (mehr oder weniger) wichtigen Dinge nachdenke, ist mir bisher noch nicht in den Sinn gekommen, diese klar in Worte zu fassen und zu veröffentlichen.
Da hat Anna wohl einen Schritt weiter gedacht - danke dafür!